IDA-Kopf
 
 

Medizin aktuell

     

Erfolgreiche Therapien für hormonell bedingte Erkrankungen

Experten der Fachtagung informieren im Rahmen des 53. Symposions außerdem Kinder, Jugendliche und Eltern über die Themen „Frühlingsgefühle – Was passiert in der Pubertät?“ und „Zu klein – zu groß – genau richtig? – Größe und Wachstum“. In weiteren öffentlichen Vorträgen zu den Themen „Schilddrüsenerkrankungen“, „Osteoporose“ sowie „Diabetes und Übergewichtserkrankungen“ erläutern sie Patienten aktuelle Diagnose- und Therapieoptionen.

Hormonell bedingte Erkrankungen sind vielfältig und komplex: Wissenschaftler erforschen die endokrinen Systeme, ihre Entwicklung im Laufe der Evolution und ihre genetischen Grundlagen, um daraus erfolgreiche Therapiekonzepte zu entwickeln. „Neben der täglichen Betreuung unserer Patienten ist diese Forschung wichtig“, betont DGE-Tagungspräsident Professor Dr. med. Torsten Schöneberg, Institut für Biochemie der Medizinischen Fakultät, Universität Leipzig. Ein Ziel des 53. Symposions ist deshalb, wissenschaftliche Aktivitäten zu vernetzen, junge Forscher zu fördern und zu unterstützen sowie die Strukturen der Patientenversorgung zu optimieren.

Ein weiterer Schwerpunkt des wissenschaftlichen Programms sind die Adipositas und damit einhergehende Erkrankungen wie Metabolisches Syndrom und Diabetes mellitus. Diese können hormonell bedingt sein. Übergewicht kann jedoch auch die auslösende Ursache sein. Denn zu viel Fettzellen im Körper beeinflussen über Botenstoffe die Stoffwechselprozesse. Die Erforschung und Behandlung dieser Stoffwechselstörungen ist angesichts hoher Erkrankungszahlen ein wichtiges Thema der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie. Die Experten informieren deshalb in mehreren Veranstaltungen über neue Erkenntnisse auf ihrem 53. Symposion.

Vom 3. bis 6. März 2010 werden rund 80 Referenten in Vorträgen, Workshops, Symposien und interaktiven Fallpräsentationen mit den Teilnehmern diskutieren. „Mit der Slowakei als Partnerland steht in diesem Jahr vor allem der wissenschaftliche Austausch mit Mittel- und Osteuropa im Vordergrund“, meint Professor Schöneberg. Die neuesten Ergebnisse junger Forscher werden in etwa 150 Kurzvorträgen und 140 Postersitzungen vorgestellt und diskutiert. Eine Industrieausstellung rundet das Informationsangebot für Ärzte ab. Die Teilnahmegebühren für den gesamten Kongress liegen zwischen 50 und 290 Euro – abhängig vom Zeitpunkt der Anmeldung und dem Status des Teilnehmers. Anmeldeformulare, weitere Informationen und das Kongressprogramm finden Interessierte im Internet unter www.endokrinologie.net und www.dge2010.de.

 

 Nasivin® erhält den Goldenen Aesculab als „Arzneimittel des Jahres 2009“

Die Preisverleihung führte nicht nur beim Hersteller, der Merck Selbstmedikation GmbH, zu stolzen und zufriedenen Gesichtern, auch die anwesenden Vertreter der  zweitgrößten Vereinigung deutscher Apotheker glänzten im Selbstbewusstsein.


„Schnupfen ist nicht zu unterschätzen“ fasste der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Apotheker e.V. (BVDA) Otto Späth, Apotheker für Offizinpharmazie aus Frankfurt/M die Entscheidung der Jury zusammen. Der akute Schnupfen sei eben immer noch eine Volkskrankeit. Er ist der Beginn einer Erkältung. Probleme mit den Nasennebenhöhlen oder gar Mittelohrentzündungen sind häufig unliebsame Folgen. Die Schäden für die Volkswirtschaft durch diese Erkrankungen bezifferte der Redner mit mehreren Millionen Euro pro Jahr. Da die Erstattung aller notwendigen Medikamente gegen die virale Infektion und den grippalen Effekt praktisch ausgeschlossen wurde, kommt nun dem Apotheker als Anlaufstelle eine besondere Bedeutung zu. Immer mehr Kollegen, so der Präsident weiter, haben den stetigen Wandel des Berufsbildes beim Apotheker und des pharmazeutischen Fachpersonals erkannt und wandeln ihre Apotheken in „Gesundheitskompetenz-Zentren“ um. Besonderes Augenmerk ist dabei auf die nicht-verschreibungspflichtigen Arzneimittel, also OTC-Produkte (Over the counter = über den Verkaufstresen) zu richten.

Mit der Auszeichnung „Goldener Aesculab“ wurde das neu entdeckte und seit 1961 zugelassenen Sympathomimetikums gewürdigt. Neben den bisher bekannten abschwellenden Eigenschaften hat der Inhaltsstoff Oxymetazolin auch eine antioxidante, antiinflammatorische und antivirale Wirkung. Damit bekämpft Nasivin nicht nur die Symptome des Schnupfens, sondern gleichzeitig auch seine Ursache: die Infektion mit Rhinoviren.
PD Dr. med. Ortwin Adams vom Institut für Virologie der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf berichtete über aktuelle Studien bei denen nachgewiesen werden konnte, dass der Wirkstoff Oxymetazolin entzündungshemmende Eigenschaften zukommen. „Dies zeigt einmal mehr,“ so der Experte für Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie, dass es sich lohnt, mit modernen Methoden längst verstanden geglaubte Wirkstoffe respektive Wirkmechanismen erneut unter die wissenschaftliche Lupe zu nehmen.“

Über die Erkältungen bei Kindern konnte Prof. Dr. med. Stefan Zeilen (Leiter Pädiatrische Allergologie und Pneumologie, Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin – Klinik I, Allergologie, Pneumologie und Mukoviszidose am Klinikum der J.-W. Goethe-Universität Frankfurt/M) von Therapieerfolgen berichten. Er ging auf die Studie von Bergner und Tschaikin ein, bei der es bei 638 Babys im durchschnittlichen Alter von sechs Monaten eine Besserungsrate von 93 % gegeben habe, die Verträglichkeit sei nach Auswertung gut. Nebenwirkungen, auch das erbrachte die Studie, wurden bei keinem der kleinen Patienten beobachtet. Besonders positiv, so nach dem Urteil der behandelnden Ärzte, sei der Dosiertropfer für Babys. Die Flasche muss nicht in die Nase eingeführt werden, sondern wird direkt darüber positioniert. Einmaliges Drücken genügt und der exakt dosierte Tropfen trifft in das Nasenloch. (Exakte Dosierung = optimale Applikation).

(Ludwig W. Moormann)

   Optimiertes Praxismanagement entlastet Pharmaindustrie und
   niedergelassene Ärzteschaft

1. Grundidee
CAUSALO erhebt das Wunschprofil der Ärzte, mit welchen Firmen sie über welche Themen, Indikationen, Produkte, Firmen und Fortbildungsangebote sprechen wollen. Dies Profil wird für den Arzt im „Pharmazeitikum“ – Onlinekalender hinterlegt, auf den er selbst und die „passenden“ Pharmavertreter Zugriff haben. Der teilnehmende Arzt verweist nun Vertreter an CAUSALO zur Terminvereinbarung a 15 Minuten unter Einhaltung des Besuchsprofils. Der Pharmavertreter registriert sich kostenpflichtig und bucht Termine im Onlinekalender. Der Arzt bekommt je nach Termin morgens von uns einen Dokumentationsbogen gesandt, mit dem er das Pharmagespräch auf dessen Qualität bewertet und angibt, ob seine Ziele erreicht wurden. Dies wird an CAUSALO eingesandt und von uns als Marktforschung honoriert.

 

2. Folgen
Es finden ausnahmslos geplante Gespräche statt, die einem Anforderungsprofil des Arztes entsprechen. Die Pharmareferenten erhalten 15 Minuten garantierte und störungsfreie Gesprächszeit beim Arzt, und zwar ohne nennenswerte Wartezeit und ohne Fehlversuche. Der Pharmareferent profitiert, da er volle Aufmerksamkeit bekommt, quasi termingerecht dran kommt und Fehlfahrten einspart. Der Pharmahersteller profitiert, da die Arztgespräche bedürfnis-orientierter und nachhaltiger werden. Es kommt zu massiven Effizienzsteigerungen, da Fehlfahrten und Wartezeiten im Vertrieb reduziert werden. Die Patienten profitieren, da der Arzt während der Sprechstunde ausnahmslos für Sie da ist. Konflikte wegen „dazwischen geschobener“ Pharmareferenten werden vermieden. Es kommt zu einem starken Imagegewinn für die Praxis.

 

3. Zielgruppen von CAUSALO®
Primärzielgruppe sind die niedergelassenen Haus- und Fachärzte, um die Praxen vor den spontan erscheinenden Vertretern zu „schließen“. Wenn genug „Druck“ aufgebaut ist, da sehr viele Praxen nur noch über Terminierung via CAUSALO® erreichbar sind, gehen wir auf die Unternehmen zu. Anstatt die Ärzte einzeln anzusprechen, erreichen wir sie über die Arztnetze, Medizinische Versorgungszentren sowie Arztverbände, um schnell viele Ärzte zur Teilnahme zu bewegen. Dies läutet einen Wandel im gesamten Pharmavertrieb ein.

4. Ansprechpartner
CAUSALO® Gesellschaft für Zeit- und Organisationsmanagement mbH, Tannenstraße 9,
82152 Krailling/Starnberg, Fon: 089/78798366, Fax: 089/57084059, Mail:
info@causalo.de,
Web:
www.causalo.de

(Ludwig W. Moormann)

 

Weltweit größter Spendenlauf am 11. / 12.September 2010 im Harz
Oxfam Trailwalker: 100 Kilometer für eine gute Sache

„In vielen Ländern hat der Oxfam Trailwalker bereits eine große Fan-Gemeinde“, sagte Oxfam-Geschäftsführer Paul Bendix auf der Pressekonferenz im ehrwürdigen Osteroder Rathaus. Für den ersten deutschen Trailwalker am 11. und 12. September 2010 werden bis zu tausend Teilnehmer und Teilnehmerinnen erwartet.
 
1. Die ersten Teams melden sich bereits an
„Eine erste Anmeldung gibt es bereits – das Team der Niedersächsischen Landesforsten wird sich im Herbst der Herausforderung stellen“, verkündete der agile Geschäftsführer. Da wollten die Osteroder als Ausrichter nicht zurückstehen und bildeten ein fraktionsübergreifendes Team des Rates. Nun fühlte sich auch Bürgermeister Klaus Becker in die Pflicht genommen, - „Ich laufe mit“ und nominierte ein Team aus der Verwaltung.
Jedes Team muss bis zum Start mindestens 2.000 Euro Spenden für Oxfam einwerben – bei Freunden, Kollegen oder Unternehmen
.

2. Weltweit erfolgreicher Charity-Lauf
Der Oxfam Trailwalker verbindet Team- und Sportgest mit sozialem Engagement und schafft so ein außergewöhnliches Gemeinschaftserlebnis inmitten einer landschaftlich reizvollen Umgebung. Menschen aus verschiedenen Generationen, gesellschaftlichen Gruppen und Regionen werden motiviert, sich für eine gerechte Welt ohne Armut zu engagieren – und mit anderen darüber zu reden. Nur so können sie die Startbedingungen erfüllen und mindestens 2000 Euro Spenden für die Bildungsprojekte von Oxfam Deutschland einwerben. Aber – es wurde noch kein Team am Start zurückgewiesen weil der Spenden-Start-Betrag nicht erfüllt war.

Die Idee für diesen ungewöhnlichen Spendenlauf entstand 1981 in Hongkong. Auch in Australien, Neuseeland, England, Irland, Japan und Belgien wurde der Oxfam Trailwalker ein durchschlagenden Erfolg. Seit der ersten Veranstaltung sind weltweit über 28000 Teams mehr als 11 Millionen Trailwalker-Kilometer für die gute Sache gewandert. Diese Community, die Monat für Monat weiter wächst, konnte bisher über 25 Millionen Euro Spenden für Oxfam einwerben.

3. Deutschland- Premiere
Der erste Trailwalker in Deutschland profitiert von den Erfahrungen in anderen Ländern, dies gilt vor allem für Logistik, Management und Marketing. Die Teilnehmer/innen am ersten Oxfam Trailwalker in Deutschland brauchen sich während der Tour nur auf eines zu konzentrieren: das Wandern. Alles Weitere liegt in der Verantwortung von Oxfam Deutschland mit tatkräftiger Unterstützung der Organisatoren und ihrer Helfer in Osterode. Dazu gehört natürlich die Streckenpräparation, die medizinische Betreuung an den Checkpoints und die Bereitstellung sanitärer Anlagen.

 

4. Die schönsten hundert Kilometer liegen im Harz
Der Oxfam Trailwalker startet und endet im idyllischen Osterode am Harz, auf dem Gelände des Campingplatzes Eulenburg. Osterode am Harz ist bekannt als Ausgangspunkt für den Harzer-Hexen-Stieg und den Karstwanderweg. Das beschauliche Städtchen mit seinen 24.500 Einwohnern liegt inmitten grüner Bergwälder, zwischen Söse-Stausee, Südharzer Karstgebirge und Lerbachtal. Mit seiner gut erhaltenen Stadtmauer, seinen schönen Fachwerkhäusern, Kirche und Plätzen ist der Ort auch ein beliebtes Reiseziel für Architektur- und Kunstliebhaber.

5. Informationen
www.oxfamtrailwalker.de oder Oxfam Deutschland e.V. Greifswalder Str. 33 a, 10405 Berlin,
T: 040-42850621

(Ludwig W. Moormann)

 

St. Marien-Hospital Borken bietet erstmals spritzenfreie Thrombosevorbeugung für Patienten nach Hüft-
   und Kniegelenkersatz

Das neue Medikament verhindere Thrombosen und Embolien genau so sicher und wirksam wie die bisherigen Spritzen, versicherte Rubenthaler. „Das konnte in großen Studien eindrucksvoll gezeigt werden.“ Der entscheidende Vorteil sei, dass der Wirkstoff als Kapsel geschluckt werden könne. Bis vor kurzem bekamen Patienten nach endoprothetischen Operationen tage- bis wochenlang täglich Heparininjektionen. „Nach der Entlassung aus der Klinik musste das der Patient dann häufig selbst übernehmen, was vielen schwer fiel“, weiß Rubenthaler. Wer nicht den Mut fand, sich selbst zu spritzen, der musste bislang einen ambulanten Pflegedienst organisieren oder täglich zum Arzt fahren. Blutergüsse, die sich wie Landkarten-Muster über den Bauch zogen, und entzündete Einstichstellen bedeuteten ein weiteres Ärgernis für den Patienten. „Die Einnahme einer Kapsel ist da vergleichsweise unkompliziert, kann die Rate der vorzeitigen Abbrüche reduzieren und erhöht so letztlich auch die Sicherheit für unsere Patienten“, so Rubenthaler weiter. „Deswegen haben wir uns für die neue Option entschieden.“

Wer sich zukünftig in der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie im St. Marien-Hospital ein neues Knie- oder ein neues Hüftgelenk einsetzen lässt, dem stehen zwei alternative und sichere Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung.

Thrombose nach Gelenkersatz – eine vermeidbare Komplikation
Beim Einsetzen eines künstlichen Knie- oder Hüftgelenks kommt es über gewisse Zeiträume zu Blutstauungen. Die notwendigen Schnitte regen außerdem die natürliche Neigung des Blutes zur Gerinnung an. Nach der Operation ist der Patient zunächst in seiner Beweglichkeit eingeschränkt. Durch die mangelnde Bewegung verlangsamt sich der Blutfluss in den tiefen Bein- und Beckenvenen. All diese Faktoren erhöhen das Risiko, dass sich in den Blutgefäßen Gerinnsel bilden, so genannte Thromben. Wandert ein solcher Pfropf mit dem Blutstrom weiter durch den Körper, kann er in schmalere Gefäße gelangen und diese verstopfen: Man spricht von einer Embolie. Deren Folgen können gefährlich sein: Wandert ein Embolus von den Beinvenen in die Lunge (Lungenembolie), kann es zu Kreislaufbeeinträchtigungen und schlimmstenfalls zum Herzversagen kommen. Daher verordnet der Arzt Medikamente, die die Blutgerinnung verlangsamen und somit Thrombosen und Embolien vorbeugen. Die Klink für Orthopädie und Unfallchirurgie ist ein anerkanntes Zentrum für Gelenkersatz an Hüfte und Knie. Insbesondere die gewebeschonenden Verfahren des minimalinvasiven Gelenkersatzes (Schlüssellochchirurgie) erlauben es den Patienten, schnell wieder mobil zu werden und das Krankenhaus frühzeitig zu verlassen. Weitere Schwerpunkte der Klinik sind die Schulterchirurgie und Wirbelsäulentherapie. „Grundsätzliches Ziel jedes Eingriffs ist die Verbesserung der Lebenssituation der betroffenen Patientinnen und Patienten“, betonte Rubenthaler. „Dies können wir bei der Thrombosevorbeugung nun noch besser umsetzen.“


(Ludwig W. Moormann)

Quelle: Pressegespräch „Schlucken statt Spritzen: Eine neue Ära der Thrombosevorbeugung“, am 14. Oktober 2008 im St. Marien-Hospital, Am Boltenhof 7, 46325 Borken
Veranstaltet von Boehringer Ingelheim GmbH & Co. KG

 

Null-acht fünfzehn-Therapie für Kassenpatienten?

Der IQWiG-Bericht ziele auf Kostenreduktion, vernachlässige die Bedürfnisse der Patienten und begrenze die Behandlung von Kassenpatienten auf eine Null-acht-fünfzehn-Therapie. Haller begründete seine Kritik mit dem Hinweis, dass aus der Vielzahl publizierter Studien zur medikamentösen Bluthochdruckbehandlung vom IQWiG nur die ausgewählt worden sei­en, die das angestrebte finanzielle Ergebnis untermauerten. Die zugrunde gelegten wissen­schaftlichen Kriterien seien international unüblich. Es sei deshalb kein Wunder, dass die Empfehlung des IQWiG teilweise in krassem Widerspruch zu Behandlungsleitlinien in ande­ren europäischen Ländern stünde.
Der stellvertretende Vorsitzende der Hochdruckliga, Professor Dr. Rainer Düsing bemängel­te, dass das IQWiG die unterschiedlichen Nebenwirkungen einzelner Medikamente weitge­hend unberücksichtigt lasse. Gerade die älteren preiswerten Diuretika, für die sich das Insti­tut einsetze, begünstigten bei jahrelanger Einnahme das Entstehen der Zuckerkrankheit.

Der Dekan der Berliner Charite, Prof. Dr. Martin Paul, betonte, dass der Erfolg der auf viele Jahre angelegten Bluthochdrucktherapie entscheidend von der Bereitschaft der Patienten abhänge, ihre Medikamente auch einzunehmen. Litten sie unter Nebenwirkungen, lasse die Therapietreue nach, die angestrebten Blutdruckwerte würden verfehlt, der Behandlungser­folg in Frage gestellt.

Der Patientensprecher der Hochdruckliga, Dr.-Ing. Wolfgang Pfeifer, unterstrich diese Aus­sagen. Es gehe bei der Diskussion offenbar allein um die Kosten im Gesundheitswesen und die Einkünfte der Pharma-Industrie, nicht aber um das Wohl der Patienten und ihr vertrau­ensvolles Verhältnis zum Arzt. „Die Selbsthilfegruppen in der Hochdruckliga wehren sich entschieden dagegen, in dieser Auseinandersetzung zwischen zwei feindliche Lager zu kommen."
Die Deutsche Hochdruckliga appelliert daher an den Gemeinsamen Bundesausschuss, der letztlich über die Annahme der IQWiG-Empfehlung entscheidet, die IQWiG-Bewertung in ihrer jetzigen Form nicht zu einer verbindlichen Behandlungsanweisung für Ärzte zu machen. Der Bericht solle gründlich überarbeitet werden. Professor Haller; „Die Deutsche Hochdruck­liga ist entschieden der Meinung, dass eine Berücksichtigung der Therapietreue der Patienten und das Erreichen von Zieldruckwerten in eine solche Analyse einbezogen werden müssen.

(Ludwig W. Moormann)

Kontakt:
Deutsche Hochdruckliga e.V. DHL
Deutsche Hypertonie Gesellschaft,
Berliner Straße 46, 69120 Heidelberg, Tel: 06221-411774

 

Rheumatologenkongress in Köln

Eskimos, Bewohner der Meeresküsten, aber auch Vegetarier leiden seltener als andere Menschen an Gelenkrheuma oder verwandten Erkrankungen. Die Gründe vermuten Fachleute seit langem in der Ernährung. Doch Zusammenhänge ließen sich erst in den letzten Jahren herstellen: Einige Nahrungsfette fördern im Körper die Bildung bestimmter hormonähnlicher Stoffe, so genannter Eikosanoide. Diese sind an der rheumatischen Entzündungsreaktion beteiligt, erläutert Professor Dr. med. Olaf Adam von der Ludwig Maximilian Universität München in der Fachzeitschrift DMW Deutsche Medizinische Wochenschrift (Georg Thieme Verlag, Stuttgart. 2009).

 

Entzündungsfördernde Eikosanoide entstehen aus Arachidonsäure. Diese Fettsäure kommt ausschließlich in tierischer Nahrung vor. Insbesondere in fettem Fleisch, Eigelb, Schmalz und Leber. Fetter Meeresfisch dagegen ist reich an Fettsäuren, die einer Entzündung entgegenwirken. Rheumapatienten sollten deshalb nicht mehr als zwei Fleischmahlzeiten und zwei Eigelb pro Woche verzehren, so der Leiter der Ernährungsmedizinischen Abteilung an der LMU. Stattdessen gehöre zwei Mal pro Woche Fisch auf den Tisch – möglichst Meeresfisch wie Hering oder Makrele. „Wem das auf Dauer nicht schmeckt, der hat die Möglichkeit auf Fischölkapseln auszuweichen“, sagt Adam, der auch dem Arbeitskreis Ernährungsmedizin der DGRh angehört. Diese enthielten unterschiedliche Mengen an Fischölfettsäuren und müssten deshalb genau dosiert werden. Grundsätzlich sollten Patienten sich ausgewogen und vitaminreich ernähren. Da Menschen mit Rheuma von Knochenschwund bedroht sind und auf ihre Knochengesundheit achten sollten, rät Adam auch zu täglich einem halben Liter fettreduzierter Milch oder Milchprodukten, um die Zufuhr von Kalzium zu sichern. Auch Vitamin D – im Körper gebildet durch Sonnenlicht – beeinflusst den Kalziumstoffwechsel positiv.

 

Einige Patienten berichten zudem, dass bestimmte Nahrungsmittel einen Krankheitsschub auslösen – ähnlich wie bei einer Allergie. Professor Adam schätzt den Anteil auf ein bis zehn Prozent der Betroffenen. Ohne eine ernährungstherapeutische Beratung kann es jedoch schwierig sein, die Auslöser zu ermitteln. Um Mangelerkrankungen zu vermeiden, rät der Experte Rheumapatienten davon ab, die Ernährung auf eigene Faust komplett umzustellen. Ein dauerhafter Erfolg sei nur zu erwarten, wenn Ärzte, Ernährungsberater und Ergotherapeuten zusammenarbeiten. Die DGRh bietet deshalb in Zusammenarbeit mit der Deutschen Akademie für Ernährungsmedizin e. V. (DAEM) Fortbildungsseminare für Ärzte an. Mediziner lernen dort, wie sie ihre Patienten bei einer gesunden Ernährung unterstützen können. Die Ernährungstherapie ist stets eine begleitende Maßnahme zur medikamentösen Therapie.

 

Den Patienten nützt eine umgestellte Ernährung auch an anderer Stelle: Entzündungsreaktionen in den Gefäßwänden gelten heute als Auslöser der Arteriosklerose, erläutert Professor Adam. Und tatsächlich erkranken Menschen mit Rheuma häufiger an Herzkreislauferkrankungen als andere. Ihre Lebenserwartung ist um zehn Jahre vermindert, sagt Adam. Auch wegen der möglichen günstigen Einflüsse auf Herz und Kreislauferkrankungen dürfe Rheumapatienten eine Ernährungstherapie nicht vorenthalten werden. Über den Langzeiteffekt entzündungshemmender Kost spricht Professor Adam im Rahmen des 37. Kongresses der DGRh in Köln.

 

Quelle: Dtsch Med Wochenschr 2009; 134: 1759–1763 · O. Adam, Ernährungstherapie entzündlich-rheumatischer Erkrankungen

 

Terminhinweis:

Freitag 25. September 2009, 10.00 bis 11.30 Uhr, Congress-Saal 3: Ernährung

11.00 bis 11.20 Uhr. Langzeiteffekt der entzündungshemmenden Kost

Prof. Dr. med. Olaf Adam, München.

 

Aktuelle Erkenntnisse zur Entfernung von Lymphknoten

Das Lymphsystem und seine Funktionen sollen Krebspatienten erhalten bleiben. Chirurgen versuchen deshalb, es bei der Entfernung von Tumoren so wenig wie möglich zu beschädigen und auch umliegendes, gesundes Körpergewebe zu erhalten. Wichtig sei es, dabei sämtliche Tumorteile zu entfernen. „Unzählige Studien der Vergangenheit haben gezeigt, dass Patienten mit Krebserkrankungen im Bauchraum und Verdauungstrakt dann eine höhere Überlebensrate haben, wenn eine umfassende Entfernung des Primärtumors und der regionalen Lymphknoten gelingt“, betont Professor Dr. med. Joachim Jähne, Hannover.

 Beispielsweise empfiehlt die DGAV seit einigen Jahren, bei Tumoren im Enddarm das umliegende gesunde Fettgewebe mit zu entfernen. Dadurch wurde das Rückfallrisiko für Patienten von 30 auf fünf Prozent gesenkt. Lymphknoten entfernen Chirurgen bei vielen Operationen ebenfalls. Denn die systematische Entfernung und Untersuchung von befallenen und nicht befallenen Lymphknoten liefert wichtige Hinweise auf das Erkrankungsstadium. Insbesondere die Lymphknoten in der Nähe des Tumors spielen dabei eine Rolle. Die Vermutung ist, dass über das Lymphsystem aus diesen Lymphknoten auch Metastasen vom Tumor in andere Bereiche des Körpers gelangen.

 Epidemiologische Daten stellen diesen chirurgischen Standard jedoch in Frage: Das Team um Professor Dr. rer. hum Dieter Hölzel vom Tumorregister München (TRM) des Klinikums Großhadern wertete internationale Studien von bis zu 30 Jahren sowie Daten des TRM aus. Sie kommen zu dem Ergebnis, dass Krebszellen in Lymphknoten keine weiteren Metastasen verursachen. Ihre Entfernung und insbesondere die Entfernung umliegender, nicht befallener Lymphknoten sei nicht nur überflüssig: Sie kann auch Nebenwirkungen haben. Je nachdem wie umfassend der Eingriff in das Lymphsystem ist, können Betroffene unter Taubheitsgefühlen, Bewegungseinschränkungen oder Nervenschäden leiden. Die Daten zeigen auch: Werden nicht befallene, umliegende Lymphknoten in einer Operation systematisch entfernt, sinkt die Überlebensrate der Patienten.

 „Wir prüfen derzeit, ob diese Daten zutreffend sind und – wenn ja - wo und wie diese Erkenntnisse unsere Behandlungsmethoden und Leitlinien ergänzen und verbessern können“, betont Professor Jähne. Welche Operationsmethoden das Überleben verlängern, ist wichtiger und fortlaufender Bestandteil der onkologischen Chirurgie. Beispielsweise sei es bei Magenkrebs bereits bekannt, dass nicht alle Patienten von einer Lymphadenektomie profitieren. Eine Diagnose vor der Operation, welche Patienten Vorteile haben und welche nicht, ist bisher nicht möglich. Daher muss es das primäre Ziel sein, möglichst viele Lymphknoten zu resezieren, um zu einer wirklich relevanten Diagnose zu gelangen, da sich dann prognostische Vorteile ergeben können. „Unser langfristiges Ziel in der Behandlung von Patienten mit Tumorerkrankungen im Bauchraum besteht darin, die Patienten zu identifizieren, die von der Lymphadenektomie profitieren“, meint Jähne. Die neuen epidemiologischen Daten seien weitere Anhaltspunkte, wie wichtig die Weiterentwicklung individualisierter Therapiestrategien ist. Es sei jedoch allein aufgrund der Münchener Ergebnisse völlig verfrüht, die Lymphadenektormie an sich in Frage zu stellen. Im Übrigen stellt die Lymphadenektomie und damit die Zahl möglicher befallener Lymphknoten die Grundlage für zusätzliche chemotherapeutische Maßnahmen dar, die gerade beim Krebs des Dickdarmes ein unverzichtbarer Bestandteil einer modernen und wissenschaftlich fundierten Behandlung sind. Nur durch die Entfernung der Lymphknoten können diese Behandlungskonzepte realisiert werden.

 Die neuesten Behandlungsmethoden zu Tumorerkrankungen im Bauchraum ist Thema mehrere wissenschaftlicher Vorträge der Fachtagung Viszeralmedizin 2009 vom 30. September bis 3. Oktober in Hamburg. Das Programm gestalten Viszeralchirurgen, Gastroenterologen und Endoskopen gemeinsam.